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Schultergelenk (Linkmap)

Schulter Bizeps Trizeps Glenoid Processus coracoideus Clavicula Acromion Labrum glenoidale

Bänder des Schultergelenks siehe unten.

Schultergelenk (Glenohumeralgelenk)

Das Schultergelenk ist das Gelenk, in dem sich die obere Extremität Arm relativ zum Oberkörper bewegen lässt. Als Schultergelenk wird, je nach Literaturstelle, die Gesamtheit aus glenohumoralem Gelenk (das Schulterblatt-Arm-Gelenk, in dem der Kopf des Humerus medial der Scapula anliegt, die Gelenkfläche heißt Glenoid) und dem acromiohumoralen Gelenk (das Schulterblatt-Arm-Gelenk, in dem der Kopf des Humerus dorsal-kranial mit einem gewissen Abstand (0,8 – 1 cm) unter dem Akromion (Schulterhöhe) liegt) bezeichnet. Diese stellen aber nicht den gesamten Bewegungsspielraum bereit, den wir vom Arm kennen, er wird erst zusammen mit der Bewegung des Schulterblatts auf dem Rücken ermöglicht: es lässt sich in seiner Ebene unten nach außen drehen (Außenrotation) und nach vorn (Protraktion) und hinten (Retraktion) sowie oben (Elevation) und unten (Depression) bewegen.

Das Schulter-Armgelenk ermöglicht bereits eine dreidimensionale Bewegungsfähigkeit: seitlich (laterale Abduktion), frontal (frontale Abduktion, auch: Anteversion) und die Drehung (Endorotation / Exorotation) des Arms. Neben dem glenohumoralen und acromiohumoralen Gelenk gehören zum „Schultergelenk“ noch das acromioclaviculare Gelenk, in dem sich die Scapula am beweglichen Schlüsselbein (Clavicula) abstützt (auf der anderen Seite liegt die Clavicula im sternoklavikularen Gelenk dem Brustbein an) und das scapulothorakale „Gelenk“ (genauer: scapulothorakales Gleitlager), in dem die Scapula i.w. frei auf dem Rücken beweglich ist.

Pathologie:

  1. Impingement Syndrom
  2. Frozen Shoulder (periarthritis humeroscapularis)
  3. Tendinosis calcarea (Kalkschulter)
  4. Arthrose
  5. HWS-Syndrom
  6. Verrenkung(Dislokation, Luxation)
  7. Bänderdehnung
  8. SLAP-Läsion

Instabilitäten des Schultergelenks sind nicht wenig verbreitet. Beim jungen Menschen zwischen dem 10. und 12. Lj. gehen sie meist auf eine klassische in Sport und Freizeit erlittene Verletzung zurück. Ursachen können sein ein Außenrotations-Abduktions-Trauma oder direkte Traumata genauso wie wiederholte Mikrotraumen. Die Klassifikation nach Gerber unterteilt in 6 Stufen:

  1. verhakte Luxation
  2. unidirektionale Instabilität ohne Hyperlaxität
  3. unidirektionale Instabilität mit Hyperlaxizität
  4. multidirektionale Instabilität ohne Hyperlaxität
  5. multidirektionale Instabilität mit Hyperlaxizität
  6. willkürliche Luxation

Bei jungen Menschen spielen häufig Traumata während Überkopf-Sportarten eine Rolle. In 80 bis 95% der Fälle führt eine rein konservative Behandlung zum Rezidiv. Bei dem klassischen Außenrotation-Abduktions-Trauma wird häufig das inferiore glenohumerale ligament oder das mediale glenohumerale ligament betroffen.

Die Degeneration der Rotatorenmanschette beginnt mit dem 30. Lebensjahr und ist progredient. Die zunehmende Insuffizienz begründet sich vor allem in der Minderperfusion des ansatznahen Sehnengewebes. Unter den Rupturen sind 50% atraumatisch. Häufig ist ein Outlet-impingement mit einer sekundären Ruptur verbunden, rein traumatische Rupturen sind selten und liegen bei 8% der Fälle, dann häufig bei über 40-jährigen mit Luxationen. Rupturen des Subscapularis sind zu 70% traumatisch verursacht und werden in 50% der Fälle nicht erkannt. Häufig sind Rupturen der Supraspinatussehne oder Infraspinatussehne auf dem Boden degenerativer Vorschädigungen. Vor allem Überkopf-Sportler zeigen häufig die Kombination aus subacromialen Impingement und Instabilität. In der Gruppe der Schulterschmerzen bei Überkopfsportarten zeigt sich

  1. primäres Outlet impingement verursacht durch den subakromialen Bogen
  2. primäre Instabilität sekundäres impingement verursacht durch rezidivierende Mikrotraumen
  3. primäre Instabilität sekundäres impingement verursacht durch allgemeine hyperlaxizität
  4. Instabilität verursacht durch Makrotraumen ohne Impingement

Zu den OP-Indikationen gehören:

  1. traumatisch bedingte isolierte SubscapularisRuptur, sie muss binnen vier Wochen versorgt werden
  2. traumatische Ruptur in der Rotatorenmanschette ohne Vorschaden mit Funktionsausfall
  3. Ruptur in der Rotatorenmanschette nach Schulterluxationen im erwerbsfähigen Alter bei angenommen guter Compliance des Patienten
  4. als relative Indikation: akute Ruptur in der Rotatorenmanschette mit degenerativen Vorschaden und tiefer gelenkseitige Supraspinatusruptur

Eine weitere Läsion der Schulter mit OP-Indikation ist die Andrews Läsion. Wiederholte Traktionsbelastungen an der langen Bizepssehne bei jungen Überkopfwerfern führen durch die maximale Ausholbewegung zum Ablösen des minder vaskularisierten Labrums. ACG-Luxationen entstehen meistens beim Sturz auf den nach vorne ausgestreckten Arm und bei direkten Anpralltraumen z.b. beim Sturz vom Fahrrad. Für das Ausmaß der Bandverletzung gelten die Grade 1 bis 3 nach Tossy sowie allgemein die Grade 1 bis 4 nach Rockwood. Typischerweise stellen Läsionen nach Tossy Grad 3 oder Rockwood Grad 3 oder 4 eine OP-Indikation dar.

Glenoid

Bänder

Bänder

Schultergelenk von ventral

frontaler Schnitt

Ventrale Muskeln: Scapula bis Finger