pathologie: tendinosis calcarea – kalkschulter

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Tendinosis calcarea / Kalkschulter

Definition

Hier finden sich degenerative Veränderungen im Schultergürtelbereich, z.B. der Sehnen, Muskeln, oder der beteiligten Knochen. Häufig sind die Sehnen im Schulterbereich betroffen, zu 80% die des Supraspinatus, es gibt Kalkeinlagerungen. Der Altersgipfel liegt bei 30-50 Jahren, W > M. Die Kalkschulter gliedert sich in 4 Phasen:

  1. Umwandlung von Sehnengewebe zu Faserknorpel, i.d.R. asymptomatisch oder schwache Symptome
  2. Verkalkung: teilweise Nekrosen im Sehnengewebe, Kalkablagerung. Ab jetzt im Sono erkennbar, später auch im Röntgen. Trägt die Kalkablagerung deutlich ab, kann ein subacromialies Impingement entstehen
  3. Resorbtion: Auflösung des Kalkdepot in einer heftigen Entzündungsreaktion, starke Schulterschmerzen. Gerät Kalk in eine Bursa, entsteht eine Bursitis.
  4. Reparatur: Rezidive möglich. Die Abfolge der 4 Stadien muß nicht komplett durchlaufen werden, die Erkrankung kann in einem Stadium verharren.

Ursache

  1. Minderdurchblutung der „Rotatorenmanschette

Prädisponierend

  1. häufigere Überkopfarbeiten
  2. Volleyball, Schwimmen, Sportarten mit wiederholten Überkopfhaltungen

Diagnose

  1. Sono
  2. Röntgen
  3. MRT zum Ausschluß der DD

Symptome

  1. häufig schleichende Schmerzentwicklung
  2. teils plötzlich einschießende Schmerzen bei Überkopf- und Drehbewegungen des Arms
  3. Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite
  4. Belastungsschmerzhaftigkeit
  5. bei größeren Kalkdepot: Dauerschmerz
  6. Schmerzen durch Überkopfarbeit
  7. plötzliche Schulterschmerzen ohne erkennbaren Auslöser
  8. scheinbare Bewegungsunfähigkeit der Schulter (Pseudoparalyse)
  9. Phase 1: asymptomatisch oder moderate Schulterschmerzen
  10. Phase 2: möglicherweise Schmerzen eines subakromialen Impingements
  11. Phase 3: bis zu starke Schulterschmerzen

Komplikationen

  1. bei längerer Schonhaltung oder Ruhestellung kann es durch Gewebsverklebungen , z.B. aufgrund einer Minderproduktion von Synovia, zur Periarthropathia humeroscapularis (Frozen shoulder/schmerzhafte Schultersteife) kommen
  2. Sehnenrisse durch Schädigung der Sehnen durch die mechanische Einwirkung des Kalks. Bei zu spätem Therapiebeginn Gefahr iterierter Rupturen, da viel Sehnenmaterial geschädigt ist
  3. Nackenschmerzen durch Schonhaltung und konsekutive Verspannung

Therapie

  1. Stoßwellentherapie
  2. ggf. OP
  3. Entlastung durch Orthese
  4. Bewegungstraining erst nach Abklingen der Symptome
  5. Antiphlogistika/Analgetika
  6. Lidocain-Injektion
  7. Kryotherapie