pathologie: insertionstendopathie

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Insertionstendopathie (Enthesiopathie, Myotendinose, Insertionstendinopathie, Tendoperiostose, Tendoperiostitis. Engl.: tendinosis, myotendinosis)

Definition

Schmerzhafte Zustände am Übergang der Sehnen zu deren Insertion (Ursprung/Ansatz), Diese entstehen fast ausschließlich durch Fehlbelastung/Überbelastung, in der Praxis meist als Overuse-Syndrom. Folgende Störungsbilder sind bekannt:

  1. Achillodynie: Trizeps surae
  2. Epicondylitis humeri radialis (Golferellbogen): Extensor carpi radialis longus, Extensor carpi radialis brevis, Extensor carpi ulnaris, Extensor carpi digitorum
  3. Epicondylitis humeri ulnaris (Tennisellbogen): Flexor carpi ulnaris, Flexor carpi radialis, Pronator teres, Flexor digitorum superficialis, Palmaris longus
  4. Gracilis-Syndrom proximal (wird der Fußballerleiste zugerechnet) oder distal (eine mögliche Form des Pes-anserinus-Syndrom)
  5. Patellaspitzensyndrom: Quadrizeps
  6. ITBS (Tractus-iliotibialis-Syndrom)
  7. Supraspinatussehnensyndrom
  8. Styloiditis radii
  9. Styloiditis ulnae
  10. Biceps brachii Ursprungsreizung des langen Kopfes bei subluxiertem Humeruskopf (eher eine Tendopathie als eine Insertionstendopathie)
  11. Subscapularis: kraftvolle, plötzliche Endorotationsbewegungen, z.B. beim Werfen können auslösen
  12. Hüft-Adduktoren: Fehlstellungen des Hüftgelenks verändern die Hebelarme und können damit zu Überlastung führen. Weiter sind Verkürzungen oft die Ursache
  13. PHT (Proximal Hamstring Tendinopathy: Ischiocrurale Gruppe, verschiedene sportliche und nichtsportliche Auslöser
  14. Rectus femoris: vor allem bei Verkürzung, dann insbesondere wenn aus längerer Hüftflexion in Streckung gehend
  15. Iliopsoas: vor allem bei Verkürzung, dann insbesondere, wenn aus längerer Hüftflexion in Streckung gehend
  16. Pes-anserinus-Syndrom: Gracilis oder innere Ischiocrurale Gruppe
  17. Tibialis posterior: medial-plantarer Stabilisator des Fußlängsgewölbes. Supinationstraumata können seine distalen Gelenkpartner dysfunktional machen

Grundsätzlich verändern Tendopathien das Verhalten und können durch Vermeidungsverhalten zu Tendopathien der Antagonisten führen.

Ursache

  1. Overuse
  2. traumatische Überbelastung

Prädisponierend

Bewegungsapparat

  1. muskuläre Dysbalancen, v.a. Hypertonus und Beweglichkeitseinschränkungen der Antagonisten, aber auch Hypertonus und Verkürzung der betroffenen Muskeln selbst
  2. untrainierter Zustand
  3. Normabweichungen des Körperbaus
  4. Fehlstellungen von Gelenken (Subluxation)
  5. Fehlfunktionen von Gelenken wie etwa ISG-Blockade
  6. Fehlstellungen von Gelenken
  7. Achsenfehlstellungen
  8. Gelenkinstabilitäten
  9. Beckenschiefstand
  10. in unterer Extremität: Beinlängendifferenzen

– Verhalten

  1. Overuse
  2. dem Trainingsstand unangepasste Belastung, insbesondere bei Untrainierten/Wenigtrainierten.
  3. physikalische Bedingungen: Kälte, Nässe, harte Böden im Training
  4. Technikmängel
  5. chronische Überbelastung in einem Gelenk durch Hypomobilität in einem Nachbargelenk
  6. dauerhafte oder häufige Druckbelastung, etwa der Supraspinatussehne bei kranialisiertem Humeruskopf wegen Dysbalancen
  7. einseitige Belastungen
  8. lang anhaltende statische Belastungen führen zu Versorgungsmängeln und Degeneration
  9. zu geringe Regenerationsphasen

– disponierende Erkrankungen

  1. Morbus Bechterew, RA

Diagnose

  1. Schmerzprovokationstests zur Bestätigung und Abgrenzung zu Bursitis, Gelenkstörungen, Engpasssyndromen and anderem
  2. Ödematöse Ansätze mit fettiger Degeneration.
  3. Faserige Aufrauhungen, ggf. mit partiellen Rupturen
  4. Exostosen, Knochensporne

Symptome

  1. Druckschmerzhaftigkeit
  2. leichte Bewegungsschmerzhaftigkeit
  3. deutliche bis hin zu heller Belastungsschmerzhaftigkeit, vor allem bei exzentrischer Kontraktion, auch meist deutliche Dehnungsschmerzhaftigkeit
  4. Schmerzhafte Bewegungseinschränkung
  5. zuerst schmerzhafte Funktionshemmung des Muskels, dann Verhärtung des Muskels, später Atrophie und Schwächung durch Schonung
  6. Allgemeinsymptome möglich: Schlafstörung, Depression

Komplikationen

  1. kontralaterales Overuse-Syndrom durch Schmerzvermeidung
  2. Sehneneinriss
  3. Kalkablagerungen
  4. Knochenspornbildung

Therapie

  1. Sportpause, wenn nötig vorübergehende Ruhigstellung
  2. Wärme-/ Kälteanwendungen
  3. Elektrotherapie
  4. Stoßwellentherapie
  5. PT
  6. Bandagen unterstützen die Propriozeption
  7. Analgetika, Antiphlogistika, Lokalanästhetika-Infiltrationen
  8. OP: Durchtrennung des Sehnenansatzes

NHK

  1. Akupunktur
  2. Neuraltherapie
  3. Osteopathie
  4. Manuelle Therapie
  5. Phytotherapie
  6. Schüssler Salze
  7. Taping