pathologie: patella maltracking

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Definition

Fehlerhafter Lauf der Patella in der Trochlea, der vor allem zu Beginn der Beugung symptomatisch ist. Es können verschiene Symptome auftreten, vor allem retropatellarer Knieschmerz, palpable und hörbare Krepitationen und ein Unsicherheitsgefühl. Die Störung kann auf rein funktionellen Urachen beruhen wie auf übermüßigem Zug der ateralisierenden Muskeln (Vastus lateralis und Rectus femoris) und mangelndem Zug des Vastus medialis (insbesondere dessen VMO-Anteil) oder auch strukturellen Ursachen haben wie Patelladysplasie, Innervationsstörungen, mangelnder Tiefe der Trochlea. Diese Symptome treten vor allem unter Last auf, aber auch nach längerem Sitzen, was als Theaterzeichen bezeichnet wird. Durch das Fehltracking können Weichteilreizungen auftreten, aber auch Veränderungen des retropatellaren Knorpels wie PFPS oder Retropatellararthrose, außerdem natürlich die Patellaluxation. Die Störungen werden vor allem bei geringen Beugungen manifest, bei weiterer Beugung ist die Führung in der Trochlea deutlich besser. Treten Symptome wie Blockadegefühl, akute Schwellung oder Ruheschmerz auf, ist dies abzuklären, eine Luxation muß sofort versorgt werden.

Ursache

  1. Fehlendes oder zu lockeres MPFL (Retinaculum transversale mediale)
  2. Dysbalance zwischen lateralisierenden und medialisierenden (VMO) Quadrizeps-Anteilen
  3. Trochleadysplasie
  4. Patelladysplasie

Prädisponierend

  1. Torsion der Tibia gegenüber dem Femur und nach lateral versetzte Tuberositas tibiae
  2. Innervationsstörungen
  3. ungünstiger Q-Winkel
  4. großer Abstand Tuberositas tibiae zur Trochlea
  5. versetzte Tuberositas tibiae
  6. Patella alta
  7. Hyperlaxizität, etwa im Rahmen einer Hypermobilität
  8. vorausgegangene Traumata
  9. Bewegungsmuster mit Außenrotation des Unterschenkels im Kniegelenk wie Hüftendorotation / Adduktion mit kompensatorischer Unterschenkelexorotation
  10. Kinetikfehler beim Springen und Landen
  11. Mängel im Training wie Technikmängel, Materialmängel
  12. Wachstumsschübe

Symptome

  1. ventraler, retropatellarer Knieschmerz von drückender oder stechender Qualität, vor allem bei Belastungen wie z.B. beim Aufstehen, Treppabgehen, Hocken
  2. palpable und hörbare Krepitationen
  3. Unsicherheitsgefühl beim Beugen und Strecken
  4. ggf. Schwellung
  5. ggf. Giving-Way-Phänomen
  6. Leistungseinbruch und Unsicherheit beim Sport

Diagnose

  1. Test und Zeichen: J-sign, Apprehension
  2. Röntgen und MRT zur Abklärung der knöchernen Strukturen und Weichteile: Knorpel, Bänder, insbes. MPFL (Retinaculum transversale mediale) sowie Ödeme

Komplikationen

  1. Patellaluxation
  2. PFPS
  3. Retropatellararthrose
  4. Rezidive bei konservativer Therapie durch verschlechtertes Bewegungsverhalten

Therapie

  1. Wenn möglich konservativ: Verbesserung der muskulären Situation, vor allem Training des VMO, Spannungsreduktion der patellalateralisierenden Quadrizepsanteile. Erste Resultate oft nach 4-6 Wochen, nachhaltige Besserung ab 8-12 Wochen
  2. Belastungssteuerung
  3. Sport: Techniktraining, Materialoptimierung
  4. Bei Neigung zu Hyperpronation: Einlagen
  5. ggf. Kühlen, NSAR bei Schmerzen
  6. häufigere Haltungswechsel
  7. ggf. MPFL (Retinaculum transversale mediale)-Rekonstruktion
  8. ggf. Umstellungsosteotomie der Tuberositas tibiae
  9. bei Trochleadysplasie-induzierter Instabilität: Trochleaplastik
  10. bei Torsionsfehlstellungen: Derotationsosteotomie
  11. ggf. lateral Release

DD

  1. ITBS (Runner’s knee
  2. Patellaspitzensyndrom (Jumper’s knee)
  3. Plica-Syndrom
  4. Hoffa-Syndrom
  5. Chondromalazia patellae
  6. Retropatellararthrose
  7. Meniskuläsionen
  8. freie Gelenkkörper