bewegungsphysiologie: rudern

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Bereits vor 7000 Jahren in Ägypten belegte Fortbewegungsform, bei der zyklisch mit den Händen gehaltene Ruder ins Wasser eingetaucht werden, die aus Kraft der Arme und Beine gegen den Wasserwiderstand nach dorsal gezogen und danach wieder aus dem Wasser gehoben werden, um sie weiter vorn wieder einzutauchen. Damit neben der Kraft der oberen Extremität und der sie bewegenden (eingewanderten) Rumpfmuskulatur auch die Kraft der Beine genutzt werden kann, wird gleichzeitig mit dem Zug an den Rudern (oder dem einen Ruder) zum Körper hin (Bewegung vor allem aus Kraft der Armbeuger, des Latissimus dorsi und weiterer Adduktoren des Schultergelenks wie Teres major und Teres minor) ein auf Rollen verschieblicher Schlitten aus Kraft der Beine nach hinten geschoben, wobei viel Kraft größerer Muskelgruppen wie dem Kniestrecker Quadrizeps und der Hüftextensoren genutzt werden kann. Die Bewegung der Arme ist dabei vor allem eine transversale Abduktion der Arme bis in die Retroversion. Bei der Ausübung muß der Rücken gerade gehalten werden, damit er bzw. die Bandscheiben der Wirbelsäule keinen Schaden nehmen.

Das Rudern gilt als relativ nebenwirkungs- und risikoarme Ausdauersportart, bei dem vor allem die Kraftausdauer trainiert wird. Zu den vorhandenen Risiken gehören Probleme im Bereich kaudal des thorakolumbalen Übergangs wie Bandscheibenprobleme, Spondylolisthesis oder Osteochondrosen, ISG-Blockaden oder im Heranwachsen auch Morbus Scheuerman. Diese Probleme tauchen umso eher auf, je weniger beweglich die Hüftextensoren, also vor allem die Ischiocrurale Gruppe, nachrangig weitere Hüftmuskulatur wie der Gluteus maximus sind, da ihre Verkürzung das Becken oben nach hinten kippt und eine Flexion der LWS erzwingt. Beim Rudern mit Riemen (beide Hände an einem Ruder) treten zudem große Drehmomente im Oberkörper auf, was vor allem ebenfalls den Bereich der LWS belastet. Kaltes und nasses Wetter stellt ebenfalls einen Risikofaktor für den Bewegungsapparat dar, vor allem für die Gelenke. Die Kniegelenke können von einem PFPS (Patellofemorales Schmerzsyndrom) betroffen werden, welches auch beim begleitenden Krafttraining entstanden sein kann. Fehlstellungen der Patella, X-Beine und O-Beine disponieren dazu. Möglich ist auch ein ITBS (Iliotibiales Bandsyndrom, „Runners knee“) durch die iterierten Beuge- und Streckbewegungen im Kniegelenk unter großer Last. In der oberen Extremität tritt vor allem eine Tendovaginitis der Handgelenkdorsalflexoren auf, wenn die Technik nicht stimmt (Drehung des Blattes), Kälte und Nässe disponieren dazu, genauso wie der Saisonbeginn mit dem Wechseln von Innenraum- zu Freilufttraining. Die iteriert unter Last auftretende Palmarflexion disponiert zum Karpaltunnelsyndrom und ebenfalls zu Tendovaginitiden. Allgemein treten muskuläre Verkürzungen, vor allem in der ausführenden Muskulatur, aber auch gehäuft in den Hüftbeugern auf.

Im Bereich Asana kann dem obigen folgend unterstützt werden mit Haltungen zur Förderung der