yogabuch / funktionelle übung / suitcase carry
Anleitung und Details mit funktionsfähigen Links als PDF zum Downloaden/Drucken
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letzte Änderung: 23.7.2026
Name: __
Trivialname: plantarflexionsorientiertes Gehen
Niveau: A
- Klassifizierung
- Kontraindikation
- Wirkungen
- Vorbereitung
- Nachbereitung
- abgeleitete asanas
- ähnliche asanas
- Diagnostik
- Anleitung
- Details
- Varianten
Inhaltsverzeichnis
Klassifizierung
klassisch: Funktionale Übung
psychomental: __
physiologisch: __
Kontraindikation
Wirkungen
(742) Kräftigung der Abduktoren
Die einseitige Last erzeugt auf der kontralateralen Seite eine höhere Anforderung an die Abduktoren.
(752) Kräftigung der Adduktoren
Die Kräftigung der Adduktoren durch die einseitige Last fällt wegen des deutlich kleineren Hebelarms entsprechend geringer aus als die der
Abduktoren.
(862) Kräftigung der Supinatoren
Die einseitige Last erzeugt auf der ipsilateralen Seite ein supinatorisches
Drehmoment im Subtalargelenk, damit erfolgt nur eine moderate Kräftigung der Supinatoren im Sinne der allgemeinen Stabilisierung des Gelenks, die Kräftigung der Pronatoren ist ausgeprägter.
(872) Kräftigung der Pronatoren
Die einseitige Last erzeugt auf der ipsilateralen Seite ein supinatorisches
Drehmoment im Subtalargelenk, was Ausgleich durch die Pronatoren erfordert, die dadurch gekräftigt werden. Eine Kräftigung der Supinatoren geschieht hingegen nur in geringem Maße.
Vorbereitung
Nachbereitung
abgeleitete asanas:
ähnliche asanas:
Diagnostik (Nr.)
(852) Kraft der Plantarflexoren, Supinatoren und Pronatoren des Fußgelenks
Eine Schwäche der Abduktoren würde sich in einem Mangel an Stabilität und in der Tendenz bemerkbar machen, das Becken nicht waagerecht halten zu können, sondern bei dem Bein als Standbein, dessen kontralaterale Seite gewichtsbelastet ist, das Becken auf der gewichtsbelasteten Seite abzusenken.
(742) Schwäche der Abduktoren:
Eine Schwäche der Adduktoren würde sich in einem Mangel an Stabilität und in der Tendenz bemerkbar machen, das Becken nicht waagerecht halten zu können, sondern bei dem Bein als Standbein, dessen gleiche Seite gewichtsbelastet ist, die kontralaterale Seite des Beckens anzuheben.
(862), (872) Schwäche des Zügelsystems des Fußgelenks:
Eine Schwäche des Zügelsystems des Fußgelenks würde sich unter dem erhöhten Gewicht als mangelnde Kontrolle über Supination und Pronation, also als wackliges Gefühl und mangelnde Kontrolle im Subtalargelenk manifestieren.
(632), (642) Schwäche der Rumpfmuskulatur:
Eine Schwäche der Rumpfmuskulatur manifestiert sich als Schwierigkeit den lastinduzierten lateralflektierenden Momenten zu widerstehen. Der Oberkörper biegt sich dann mehr oder weniger zur gewichtsbelasteten Seite. Das Gewicht verstärkt zudem die Pendelbewegung der Arme und kann die Rotationsneigung des Oberkörpers verstärken.
Anleitung
- Nimm eine Hantel in die rechte Hand, greife sie fest und gehe eine vordefinierte Strecke oder so weit bis Einschränkungen, etwa der Rumpfmuskulatur oder der Griffkraft es zulassen.
- Wechsle zur anderen Seite.
Details
- Diese Übung erinnert sehr an den Farmer’s Walk. Im Unterschied dazu ist aber hier die Last einseitig, was vor allem im Bereich der unteren Extremität und der sie stabilisierenden Hüftmuskulatur, aber auch im Rumpf einen deutlichen Unterschied macht. Das an der Hand hängende Gewicht befindet sich deutlich außerhalb des Drehzentrums des Hüftgelenks, wodurch ein Moment entsteht, das das Becken relativ zum jeweiligen Standfuß kippt. Im Hüftgelenk des zum Gewicht seitengleichen Standbeins ist dies ein abduktorisches Moment, das von Adduktoren aufgewogen werden muß, im kontralateralen Standbein wird es als adduktorisches Moment, das folglich von den Abduktoren aufgewogen werden muß. Im Gegensatz zum Farmers Walk gibt es auf der kontralateralen Seite kein Gegengewicht, so daß das abduktorische Moment entsprechend größer ausfällt. Das abduktorische Moment auf der ipsilateralen Seite fällt geringer aus, da der horizontale Hebelarm wesentlich kleiner ist. Weiter kranial erzeugt das Gewicht ein lateralflexorisches Moment in den Segmenten der LWS und BWS, was mit sämtlicher lateralflexorischer Muskulatur aufgefangen werden muß, das ist die schräge Bauchmuskulatur, die lateralflexorischen Aspekte der Autochthonen Rückenmuskulatur, aber auch der Quadratus lumborum und nachrangig der Latissimus dorsi.
- Die Übung kann in gewohntem Schuhwerk ausgeführt werden, barfuß oder auch in Barfußschuhen. Es empfiehlt sich, diese Möglichkeiten auszuprobieren. Wer es nicht gewohnt ist, barfuß zu gehen, wird eine reduzierte Belastbarkeit des Fußes feststellen, die relativ rasch zu Blasenbildung führen kann. Dies gilt hier umso mehr, als ein Fuß wesentlich mehr belastet wird als der andere. Entstehen die Blasen unter MTP 2 und MTP 3, ist dies ein guter Hinweis auf das Vorliegen eines Spreizfußes.
- Im Fall von Fußdeformitäten können sich diese wesentlich stärker auswirken als in Übungen mit symetrischer Lastverteilung. Dies ist vor allem bei fortgeschrittenerem Knickfußes relevant, da der Impuls, der beim Auftreffen des zum Gewicht seitengleichen Fußes auf den Boden entsteht, über die Beinachse bis ins Subtalargelenk fortgeleitet wird und dort die Pronation des Calcaneus fördert. Natürlich wird auch das dazwischenliegende Kniegelenk einem geringen Valgusimpuls ausgesetzt, was bei lateral betonten Meniskusläsionen oder lateral betonter Arthrose entsprechend schmerzverstärkend wirken kann.
- Ein unsauber, zu weit lateral aufgesetzter Fuß kann unter dem einseitig höheren Gewicht stärker zu einem Supinationstrauma neigen, wenn die Neigung dazu ohnehin besteht.