yogabuch / funktionelle übungen / supraspinatus-training stehend
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letzte Änderung: 15.10.2026
Name: __
Trivialname: supraspinatus-training stehend
Niveau: A
- Klassifizierung
- Kontraindikation
- Wirkungen
- Vorbereitung
- Nachbereitung
- abgeleitete asanas
- ähnliche asanas
- Diagnostik
- Anleitung
- Details
- Varianten
Inhaltsverzeichnis
Klassifizierung
klassisch: Funktionale Übung
psychomental: __
physiologisch: __
Kontraindikation
Wirkungen
(852) Kräftigung des Supraspinatus
Der Supraspinatus ist der initiale Lateralabduktor des Schultergelenks. Pars acromialis des Deltoideus kann nur wegen der Umleitung (Muscle Wrapping) über den Humeruskopf, der wie ein Hypomochlion wirkt (auch: Exzenter-Effekt oder Cam Effect), überhaupt ein geringes lateralabduktorisches Drehmoment erzielen. Das Verhältnis der Drehmomente liegt bei 0° Lateralabduktion zwischen 1:3 und 1:4 zugunsten des Supraspinatus.
(206) (291) Dehnung der Schulterblatt-außenrotatorischen Anteile des
Trapezius
Der Trapezius trägt mit seinen Teilen maßgeblich zur Außenrotation des Schulterblattes bei, er gilt hier als wichtigster Agonist. Der in der Praxis häufig zu sehende Hypertonus des Trapezius erzeugt ein außenrotatorisches Moment und ggf. eine tatsächlich außenrotierte Stellung der Scapula. Diese Stellung kann den synergistischen Serratus anterior als ebenfalls außenrotierenden Muskel schwächen und den Pars ascendens als Depressor ebenfalls schwächen.
(206) Dehnung der kaudalen Schulterblatt-außenrotatorischen Anteile des Serratus anterior
Die kaudalen Fasern des gehören zu den signifikant außenrotierenden Muskeln der Scapula, so daß sie hier gedehnt werden. In der Praxis ist keine Position des Schulterblattes zu erwarten, bei der der Angulus inferior merklich weiter medial liegt als der Angulus superior. Dennoch kann vor allem bei Hypertonus des ebenfalls außenrotierenden Trapezius eine eingeschränkte Beweglichkeit des Serratus anterior in Richtung Innenrotation vorliegen.
Vorbereitung
Nachbereitung
abgeleitete asanas:
ähnliche asanas:
Diagnostik (Nr.)
(852), (862), (867), (872 ) Kraft der Plantarflexoren, Supinatoren und Pronatoren des Fußgelenks
Kann die Ferse nicht weit vom Boden ab
Anleitung
- Stehe seitwärts mit einer Fußlänge Abstand neben einer Wand.
- Lehne den ausgestreckten Arm an die Wand und lehne dich mit allem verfügbaren Gewicht an den Arm.
- Presse nun den Arm weg vom Körper, gegen die Wand.
Details
- Der Abstand zur Wand muß umso größer sein, je größer die Kraft zur initialen Lateralabduktion ist, damit der Körper nicht in die Senkrechte aufgerichtet wird.
- Der Krafteinsatz kann langsam bis an die Grenze der Kraft gesteigert werden. Je nach Abstand von der Wand wird keine sichtbare Bewegung erfolgen, was durchaus im Sinne dieser Übung ist. Erfolgt jedoch eine sichtbare Bewegung und besteht die Gefahr, daß die Kraft des Arms ausreicht, den Oberkörper in Richtung der Senkrechten aufzurichten, sollte der Abstand der Füße von der Wand vergrößert werden.
- Für Menschen, bei denen bereits eine massive Schädigung der Sehne des Supraspinatus vorliegt, braucht es die Einschätzung eines erfahrenen Therapeuten, wie weit diese Übung kraftvoll ausgeführt werden darf. Grundsätzlich ist die Kräftigung des Muskels und seiner Sehne in diesen Fällen die wichtigste rehabilitative Maßnahme, es bedarf aber abhängig von Ausmaß der Vorschädigung einer guten Skalierung. Eine nennenswerte Kräftigung von Sehnen wird oft erst ab ca. 70% der Maximalkraft annommen. Einzuschätzen, ob ein vorgeschädigtes Sehnengewebe dies aushält, bleibt erfahrenen Therapeuten überlassen. Grundsätzlich kann davon ausgeagngen werden, daß in vielen nichttraumatischen Fällen von degeneriertem Sehnengewebe die Erhaltungsreize sowohl für die Sehne als auch für die Muskelkraft über lange Zeit gefehlt haben, so daß die angegebenen 70% einer vergleichsweise geringen Kraft entsprechen. Damit ist aber keine Aussage möglich, ob die vorhandene Muskelkraft ausreicht, um die Sehne weiter zu schädigen, jedoch kann man sicher aussagen, daß wenn die Kraft langsam gesteigert wird, das Risiko ungleich geringer ist, als wenn die Muskulatur ruckartig kontrahiert wird.
- Die Kinetik der Haltung bedarf einer kurzen Betrachtung. Durch die Position an der Wand wirkt der Arm als Punctum fixum, so daß
- jegliche Kraftanstrengung zur Lateralabduktion nicht den Arm bewegen wird, sondern das erzeugte Moment das Schulterblatt innenrotieren wird. Dabei können übermäßige Spannungen der Außenrotatoren des Schulterblatts wie Trapezius oder Serratus anterior reduziert werden.
- Diese Haltung hat eine tonusregulierende Wirkung auf den Supraspinatus und den Deltoideus pars acromialis. Sie stellt ein isometrisches LML-ST dar. Da für beide Muskeln aus geometrischen Gründen eine Dehnung zur Tonusreduktion kaum möglich ist, stellt diese Übung eine wichtige Möglichkeit dazu dar.