pathologie: kapsulitis

yogabuch / pathologie / kapsulitis

Definition

Unter Kapsulitis wird eine Entzündung der Membrana fibrosa (Stratum fibrosum) verstanden; die Entzündung der Membrana synovialis wird als Synovialitis (Synovotis) bezeichnet. Orte, an denen Kapsulitiden gehäufig auftreten sind das Schultergelenk (adhäsive Kapsullitis/Frozen Shoulder), Zehengrundgelenke und dort vor allem das zweite, MTP2, weiter der Hüftgelenk, Kniegelenk und Fingergelenke, weiter Handgelenk und Sprunggelenk. Die Ursachen liegen häufig in einer Überbelastung (ungewohnte oder hochrepetitive Belastungen) oder einer fehlerhafte Biomechanik/Kinematik des Gelenks, allerdings kann eine Kapsulitis auch sekundär bei RA oder Arthrose auftreten. Auch eine traumatische Verursachung ist möglich, wie auch postoperativ oder durch Immobilisation bedingt. Prädispositionen sind Gicht, Diabetes mellitus und Infektionen. Unbehandelte Kapsulitiden können benachbarte Bänder in Mitleidenschaft ziehen und zur Gelenkinstabilität führen. Neben Morgensteifigkeit, Spannungsempfinden, Druckschmerzhaftigkeit und Bewegungsschmerzhaftigkeit können Kapsulitiden zu, oft schmerzbedingten, Beweglichkeitseinschränkungen führen und zu Schwellungen. Wegen der Schmerzhaftigkeit zeigt der Patient oft ein entsprechend verändertes, schmerzvermeidendes Bewegungsverhalten. Kapsulitiden werden üblicherweise konservativ mit Belastungsreduktion und ggf. Entzündungshemmern behandelt, Kühlen kann auch hilfreich sein. Eine rigide Immobilisation sollte vermieden werden. Nach der Akutphase wird mobilisiert, um verlorengegangene Beweglichkeit im Gelenk wiedeherzustellen. Die Diagnose wird meist klinisch gestellt vor allem durch gegebenen Druckschmerzhaftigkeit und Beweglichkeitstests. Als Komplikation kann sich ein chronischer Verlauf mit zunehmender Beweglichkeitseinschränkung einstellen. Einen Sonderfall stellt die adhäsive Kapsulitis des Schultergelenks dar, bei der fibrotische Prozesse zu einer deutlichen Beweglichkeitseinschränkung führen. Die häufigsten Lokalisationen sind:

  1. radiales Handgelenk
  2. ulnares Handgelenk
  3. dorsales Handgelenk
  4. MTP (oft in MTP 2): prädisponierend sind schwache Fußmuskulatur, ein langer zweiter Zeh, Transfermetatarsalgie bei Halllux valgus, weiche Schuhsohlen, sehr dünne Schusohlen, enge Schuhe, Schuhe mit hohen Absätzen, Mängel der dorsalen kinetischen Kette der unteren Extremität wie Verkürzung des Trizeps surae, Spreizfuß, Fußdeformitäten, Übergewicht, Traumata, Grunderkrankungen wie Arthrose, PA und RA, dazu gibt es berufliche und sportliche Belastungen. Bei den Symptomen treten zu den Entzündungszeichen noch ggf. eine Kraftminderung in den Zehen und Gangveränderungen zur Schmerzvermeidung
  5. MCP
  6. PIP vor allem intensives Klettern disponiert.
  7. Kniegelenk
  8. Hüftgelenk
  9. Fußgelenk
  10. Schultergelenks: Sonderfall (adhäsive Kapsullitis/Frozen Shoulder)

Ursache

  1. Überbelastung
  2. veränderte Biomechanik der kinetischen Kette
  3. Trauma
  4. sekundär bei primärer Arthritis

Prädisponierend

Symptome

  1. Entzündungszeichen
  2. Spannungsempfinden
  3. Druckschmerzhaftigkeit
  4. Bewegungsschmerzhaftigkeit
  5. Beweglickeitseinschränkungen, schmerzhafte Bewegungsgrenze
  6. instabilitätsgefühl des Gelenks

Diagnose

  1. klinisch

Komplikationen

  1. progrediente chronische Schmerzhaftigkeit
  2. progrediente Einsteifung des Gelenks
  3. sekundäre Schäden durch Vermeidungsverhalten und Schonung
  4. Muskelatrophie, Kraftverlust, reduzierte Belastbarkeit des Gelenks

Therapie

  1. Schonung
  2. Kühlen
  3. ggf. NSAR
  4. Dehnung
  5. Therapie der Ursachen, falls bekannt und beeinflussbar
  6. ggf. Orthese