pathologie: quadrizepssehnenruptur und Ruptur des Ligamentum patellae

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Quadrizepssehnenruptur und Ruptur des Ligamentum patellae

Definition

Die Quadrizepssehnenruptur ist das Zerreißen der Sehne des Quadrizeps, mit dem er an der Patella ansetzt. Das Ligamentum patellae wird auch fälschlich als Patellarsehne bezeichnet, obwohl es keine Sehne sondern ein Band ist. Diese Rupturen ereignen sich meistens durch eine maximale willkürliche Anspannung, häufig gegen einen unerwarteten Widerstand, wie beim beim Versuch, sich im Stolpern mit Kraft des Quadrizeps abzufangen. Möglicherweise ist auch Gegnerkontakt verantwortlich, der eine abrupte Richtungsumkehr des Unterschenkels bei intensiv konzentrischen kontrahierendemQuadrizeps bewirkt. Die Quadrizepssehne reißt meist im distalen Drittel. Degenerative Vorschäden spielen in den meisten Fällen eine Rolle, genauso wie stoffwechselverändernde Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Hyper-PTH, Gicht, Niereninsuffizienz, die die Degeneration des Sehnengewebes begünstigen. Kortikosteroide, lokal infiltriert oder systemisch gegeben, begünstigen ebenfalls. Die Ruptur tritt meist unilateral auf und meist bei über 40 jährigen. Das ligamentum patella reißt seltener, da es stabiler ist als die Quadrizepssehne, wenn dann meistens am unteren Patellapol, nur selten an der Tuberositas tibiae. Vorschäden spielen auch hier eine Rolle, dabei Entnahmen aus dem Ligamentum patella zwecks Bandplastiken. Von diesem Riss sind häufig Jüngere betroffen, die lokal eine traumatische Einwirkungen erfahren. Der vollständige Riss macht sich meist durch kompletten Funktionsausfall des Streckapparats des Kniegelenks bemerkbar, je nachdem wo, bewegt sich die Patella mit oder nicht: die komplette Ruptur der Quadrizepssehne führt zu einem Patellatiefstand, die komplette Ruptur des Ligamentum patella zu einem Patellahochstand. Meist ist eine Delle palpabel, die schon nach kurzer Zeit durch Schwellung und Hämatom maskiert werden kann. In aller Regel reicht ein Sono, MRT sollte verzichtbar sein. Die operative Versorgung sollte zeitnah geschehen, damit sich der Quadrizeps nicht ungünstig weiter zusammenzieht. Post-op wird sechs Wochen lang nur mit geringen Gewichten an Unterarmgehhilfen belastet und die Kniebeugung für einen Monat auf 60 Grad begrenzt, in den folgenden zwei Wochen können bereits 90 Grad gebeugt werden. Eine komplette Immobilisation ist nicht empfehlenswert, unter anderem auch, weil es zu intraartikulären Adhäsionen kommen kann.

Ursache

  1. maximale willkürliche Anspannung, ggf. mit erzwungener Richtungsumkehr während der Kontraktion
  2. vorangegangene Kortikoid-Injektionen oder globale Gaben

Prädisponierend

  1. Degenerative Vorschäden
  2. Diabetes mellitus, Hyper-PTH, Gicht, Niereninsuffizienz

Diagnose

  1. klinisch: Patellahochstand oder Patellatiefstand, Delle, Funktionstest
  2. Sono

Symptome

  1. mehr oder weniger kompletter Funktionsausfall des Streckapparats
  2. Riss des Ligamentum patellae: Patellahochstand. Riss der Quadrizepssehne: Patellatiefstand
  3. palpable Delle
  4. Tumor, Hämatom

Komplikationen

  1. intraartikläre Adhäsionen bei nicht rechtzeitiger Versorgung

Therapie

  1. OP