yogabuch / funktionale übungen / tibialis posterior training am slantboard

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letzte Änderung: 12.2.2026
Trivialname: Tibialis Posterior Training am Slantboard
Niveau: A
- Klassifizierung
- Kontraindikation
- Wirkungen
- Vorbereitung
- Nachbereitung
- abgeleitete asanas
- ähnliche asanas
- Diagnostik
- Anleitung
- Details
- Varianten
Inhaltsverzeichnis
Klassifizierung
klassisch: funktionale Übung
physiologisch: Kräftigung des Tibialis posterior
Kontraindikation
Wirkungen
- (552) Kräftigung des Tibialis posterior
Vorbereitung
Nachbereitung
abgeleitete asanas:
ähnliche asanas:
Diagnostik (Nr.)
Varianten:
Anleitung
- Stelle zwei Slantboards so nebeneinander, daß die Schrägen zueinander hin abfallen, also ein V bilden.
- Stelle dich mit beiden Füßen auf das jeweilige Slantboard, so daß die Fußmittellinien etwa parallel sind und die Füße einen möglichst geringen Abstand haben, ohne sich berühren zu können. Die sich ergebende Fußstellung ist dabei jeweilg deutlich proniert.
- Bringe und halte viel Gewicht auf die Fersen.
- Hebe langsam die mittleren Innenfüße.
- Vermeide es, die Großzehen mit anzuheben. Vermeide genauso, die Abduktoren des Hüftgelenks einzusetzen, um die Füße voneinander weg zu schieben.
Details
- Der Tibialis posterior ist in dieser Übung der wichtigste ausführende Muskel bei der Supination, da der ebenfalls supinierende Trizeps surae hier nicht angesprochen wird dadurch, daß der Außenfuß und die Ferse auf dem Boden bleiben sollen. In der Literatur wird das Verhältnis des vom Tibialis posterior erzeugten Drehmoments in die Richtungen Plantarflexion zu Supination mit Werten zwischen 1:1,5 und 1:4 angegeben.
- Nichtsdestotrotz kann diese Übung die Heel raises nicht ersetzen, da zwar der Kraftarm des Tibialis posterior zur Supination deutlich größer ist als zur Plantarflexion, der Lastarm aber auch im Vergleich mit den Heel raises ungleich geringer.
- Die in der Reihenfolge der Kraft nächsten Supinatoren sind der Tibialis anterior und der Extensor hallucis longus, die ebenfalls in der Übung möglichst nicht benutzt werden, da der äußere Vorfuß schwer am Boden bleibt.
- Hebe also die Großzehen nicht an, da der Extensor hallucis longus ebenfalls ein supinatorisches Moment erzeugt und dem Tibialis posterior Arbeit abnehmen kann. Wenn möglich, versuche auch den Tibialis anterior nicht zu benutzen. Dies bedingt allerdings, daß der Schwerpunkt nicht zu weit hinten liegt und ist gegenläufig zu der obigen Forderung, daß der Schwerpunkt nicht zu weit vorn liegen darf, damit der Trizeps surae nicht aktiv wird.
- Mit diesen Vorgaben dürfte es sich hier um eine gute Möglichkeit handeln, den Tibialis posterior unter seinen Synergisten recht gezielt anzusprechen.
- In dieser Übung wird der Tibialis posterior also nur über die Supination des Fußes gekräftigt. Leider ist der Hebelarm dazu sehr gering, so daß in einigen Fällen keine nennenswerte Kräftigung empfunden wird. Dann ist möglicherweise eine andere Kräftigung wie die Tibialis posterior-Kräftigung mit Band erfolgreicher.
- Da die Supination des Fußes untrennbar mit seiner Adduktion einhergeht, verlassen die Fußmittellinien die ursprüngliche Parallelität, was im Sinne der Übung völlig belanglos ist.
- Die Fersen sollen schwer auf dem Slantboard bleiben, damit der Trizeps surae keine nennenswerten supinatorischenMomente erzeugt, die dem Tibialis posterior Arbeit und Möglichkeit zur Kräftigung nehmen.
- Grundsätzlich kann statt eines Slantbordes (bzw. zweier) auch ein beliebiger Gegenstand verwendet werden, der die beiden Voraussetzungen erfüllt, hinreichend stabil und rutschfest zu sein. Sinnvollerweise sollte er eine geeignete Neigung ermöglichen. Die Wahl der Neigung der schrägen Ebene ist aber nicht unerheblich. Sie ist ohnehin durch die gegebene Pronationsfähigkeit begrenzt, die beim Menschen ungleich geringer ist als die Supinationsfähigkeit. Es muß empfohlen werden, sich bei steileren Flächen mit einer Hand festzuhalten, um ein durch Unsicherheit oder Unachtsamkeit entstehendes Pronationstrauma beim zu raschen Absenken des Innenfußes zu vermeiden. Auch wenn die Krafteinwirkung nicht so groß sein dürfte wie bei den im Alltag (ungleich seltener als Supinationstraumata) geschehenden Umknickverletzungen in Richtung Pronation, so muß dies doch strikt verhindert werden, schließlich können Pronationstraumata leicht zu weit schwereren Verletzungen mit Riß des Syndesmosebandes und Brüchen führen als Supinationstraumata. Im Rahmen dessen sollte die Neigung so groß sein, daß der Innenfuß gerade noch auf dem Boden aufgesetzt werden kann, Abstützen mit einer Hand vorausgesetzt. Dadurch dürfte der Kipppunkt, an dem die supinatorische Wirkung des Trizeps surae in eine pronatorische umschlägt (der Trizeps surae hat eine Funktionsumkehr in dieser Bewegungsdimension bei einer Pronation von je nach Quelle über 10°) überschritten werden, so daß sichergestellt ist, daß zu Beginn der Bewegung den Innenfuß abzuheben, der Trizeps surae nicht synergistisch mitarbeitet, sich die potentiell möglichen Synergisten also auf Tibialis anterior und der Extensor hallucis longus beschränken, die weitgehend ungenutzt bleiben, da der Vorfuß auf dem Boden bleibt und der Hallux nicht angehoben wird. Unterbleibt beides vollständig, kann man sicher sein, daß diese Synergisten nicht mitarbeiten, schließlich erzeugt ein Muskel immer Drehmomente in allen Bewegungsdimensionen, die er bedient, gleichzeitig. Im Falle des Extensor hallucis longus wäre zu sehen, daß der Hallux sich vom Boden zu heben beginnt.
- Der wichtigste Zweck dieser Übung ist, eine über die Balancehaltungen hinausgehende, effektive und effiziente Kräftigung des Tibialis posterior zu erreichen, um einem PTTD entgegenzuwirken und damit die Ausprägung eines Calcaneus valgus und konsekutiv eines Senkfußes und später eines Plattfußes Einhalt zu gebieten. Die Kräftigung kann natürlich nur errreicht werden, wenn nicht schon die Sehne des Tibialis posterior derart elongiert ist, daß er trotz adäquater Innervation kein supinatorischesDrehmoment mehr erzeugt. Dieses derart elongierte spätere Stadium der PTTD entzieht sich konservativer Therapie.
- Diese Übung wird am besten nicht in Schuhen ausgeführt, da einiges an Wirkung in deren Elastizität verloren gehen kann und anders herum, die Elastizität die propriozeptive Steuerung der Bewegung erschwert. Dünne Barfußschuhe sollte noch eine sinnvolle Ausführung ermöglichen. Wenn die stützende Fläche sich in der Position mit angehobenem Innenfuß als unangenehm hart erweisen sollte, oder spezifische Druckempfindlichkeiten auftreten sollten, benutze so wenig Weichheitsvermittler wie möglich, etwa Patches aus Matte.
- Der Fuß sollte grob so aufgesetzt werden, daß seine Längsachse senkrecht zum Gradienten der Fläche, also der Richtung größter Steigung ist, genauer, die physikalische Stützbasis, idealisiert als stützende Linie von den Processus des Calcaneus zum MTP 5, senkrecht zum Gradienten ist. Das schafft die größtmögliche Krafterfordernis zur Supination.
- In der Ausgangsstellung, also bei weiter Pronation, kann es bei Vorliegen eines subfibularen Impingements zwischen Fibula und Calcaneus zu den entsprechenden Schmerzen kommen. Dann kann die schräge Ebene ein wenig flacher gewählt werden, ersatzweise würde der Fuß nur so weit abgesenkt, daß die Schmerzen nicht auftreten. Diese Fragestellung betrifft vor allem Menschen mit Senkfuß und Plattfuß, da der Calcaneus valgus bzw. der Rückfußvalgus den Raum zwischen Fibula und Calcaneus deutlich verengt und die Sehnen der plantarflektierender Anteile der Fibularisgruppe komprimieren können, ( Fibularis longus und Fibularis brevis sowie mögliche weitere plantarflektierende Fibularis-Varietäten).
- Wenn es die Stabilität der Haltung erfordert, stütze dich irgendwo ab.
- Ist die Reibung des Gegenstands hinreichend, so rutschen die Füße nicht nach innen.
- Es wird gemeinhin als nicht ganz leicht empfunden, die Abduktoren des Hüftgelenks nicht aktiv einzusetzen. Dies ist aber für die Haltung wichtig, da eine abduktorische Kraft im Hüftgelenk die Füße über die Reibung auf ihrer Außenkante in die Supination zu kippen geeignet ist. Grundsätzlich kann versucht werden, stattdessen eine Adduktion in den Hüftgelenken auszuführen, also die Füße zueinander hin zu schieben, wenn die Reibung der Füße auf dem Gegenstand dies sicher erlaubt. Dadurch würde die mögliche Kräftigung vergrößert, da die Adduktion über die Reibung der Fußaußenkante auf dem Gegenstand ein pronatorischesMoment erzeugt, daß zusätzlich kompensiert werden muß.
- Wird die isolierte Auflage der Fußaußenkante auf dem Gegenstand als unangenehm hart empfunden, so kann ein Weichheitsvermittler wie ein Patch unter dem Fuß verwendet werden, der allerdings auch eine gute Reibung aufweisen muß.