yogabuch / funktionale übungen / tibialis posterior training mit widerstandsband

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letzte Änderung: 12.2.2026
Trivialname: Trivialname: Tibialis Posterior Training mit Widerstandsband
Niveau: A
- Klassifizierung
- Kontraindikation
- Wirkungen
- Vorbereitung
- Nachbereitung
- abgeleitete asanas
- ähnliche asanas
- Diagnostik
- Anleitung
- Details
- Varianten
Inhaltsverzeichnis
Klassifizierung
klassisch: funktionale Übung
physiologisch: Kräftigung des Tibialis posterior
Kontraindikation
Wirkungen
- (862) Kräftigung des Tibialis posterior
Vorbereitung
Nachbereitung
abgeleitete asanas:
ähnliche asanas:
Diagnostik (Nr.)
Varianten:
Anleitung
- Sitze auf einem Stuhl oder einer Hantelbank.
- Für das Training des linken Tibialis posterior lege ein Widerstandsband um das linke vordere Bein deiner Sitzgelegenheit.
- Ziehe das Band straff nach rechts und setze das linken Großzehengrundgelenk in das freie Ende des Bandes.
- Setze die linke Ferse weiter nach rechts als sich das Großzehengrundgelenk befindet.
- Adduziere nun den linken Vor- und Mittelfuß gegen den Widerstand des Bandes und halte die Spannung so lange möglich.
- Wenn die empfundene Kräftigung zu gering ist, erste den Fuß weiter nach rechts.
Details
- Diese Übung kann sowohl isometrisch als auch dynamisch durchgeführt werden.
- Diese Übung nutzt die anatomische Eigenschaft des Subtalargelenks aus, daß mit einer Supination gleichzeitig eine Adduktion des Fußes geschieht, genauso wie die Prontation untrennbar mit der Abduktion verbunden ist. Zwar ist der Tibialis posterior auch ein Plantarflexor des überzogenen OSG, jedoch ist es mit dieser Bewegung nicht möglich, ihn getrennt von dem weitaus kräftigeren Trizeps surae aus Soleus und Gastrocnemius zu trainieren. Diese Überlegung macht es notwendig, den Tibialis posterior in der zweiten Bewegungsdimension zu trainieren, die er bedient: der Supination. Eine Übung, die die Supination gegen die Schwerkraft des Körpers nutzt, ist die Tibialis posterior Kräftigung am Slantboard. Die hier beschriebene Übung hingegen nutzt nicht vornehmlich die Supination, sondern die mit ihr verbundene Adduktion aus und die Tatsache, daß hierfür ein erfreulich langer Hebelarm gegeben ist, wenn man am Großzehengrundgelenk ansetzt. Die Kraft an der Großzehe selbst ansetzen zu lassen, ist wenig ratsam, zumal wenn bereits eine Veränderung des Grundgelenks im Sinne eines Hallux valgus vorhanden ist, da der Zug des Widerstandsbandes weiter in die pathologische Deviation zieht und geeignet wäre, Kapsel und Bänder weiter zu überdehnen.
- Je nach Breite des Bandes empfiehlt es sich, dieses zu doppeln, um aus oben geschildertem Grunde keinen Druck auf den Großzehen auszuüben und auch nicht auf den fleischigen Innenfuß im Bereich des Fußlängsgewölbes, was Wirkung verschenken würde, sondern möglichst isoliert auf den Grudgelenkbereich.
- Idealerweise verläuft das Band in der erreichbaren Endstellung etwa senkrecht zur Fußmittellinie.
- Im Gegensatz zu einem Gewicht oder einem Kabelzug, die beide auch gerne als Hilfsmittel genutzt werden, nimmt der Widerstand des Bandes proportional mit seiner Dehnung zu, was der Ausführung sehr entgegenkommt, da damit ein hinreichender Widerstand erreicht werden kann, sobald die Ferse geeignet platziert wird. Ein Kabelzug würde sich wegen seiner physikalsichen Eigenschaften ebenfalls eignen, dürfte aber schwer am Grundgelenk zu befestigen sein. Ist der Fuß bekleidet, und die Sohle stabil, wird dies aber möglich.
- Das linke Knie kann mit der rechten Hand stabilisiert werden, die sich dabei am rechten Bein abstützt.
- Es ist nicht ganz leicht, die Bewegung nur aus der Adduktion des Fußes zu holen, häufig mischt sich auch eine Endorotation des Unterschenkels im Kniegelenk dazu. Dies ist jedoch bis auf den Fall von Mißempfindungen im Kniegelenk unkritisch, da es die im Subtalargelenk wirkenden Kräfte nicht vermindert. Grundsätzlich kann diese Übung auch zu einer kombinierten Kräftigung des Tibialis posterior und der Endorotatoren des Kniegelenks abgeändert werden, also der inneren Ischiocruralen Gruppe, dem Gracilis und dem Sartorius, was sinnvoll ist, wenn diese ohnehin zur Stabilisierung des Kniegelenk trainiert werden sollen. In aller Regel erweist sich bei solchen Kombinationsübungen allerdings eine Gruppe als schwächer als die andere und begrenzt deren mögliche Kräftigung.
- Nicht selten neigt die Ferse dazu, nach lateral wegzurutschen. Dann sollte ein Reibvermittler wie ein Patch unter der Ferse verwendet werden.