pathologie: müller-weiss-syndrom

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Definition

Das Müller-Weiss-Syndrom ist eine seltene, meist bilaterale idiopathische aseptische Osteonekrose des Os naviculare vorwiegend des Erwachsenenalters, womit sich das Müller-Weiss-Syndrom vom Morbus Köhler 1 abgrenzt, der Heranwachsende betrifft. Als Ursachen werden fokale Durchblutungsstörungen durch chronischen Streß auf die Strukturen diskutiert, genauso wie Overuse und Trauamta. Bei dieser Störung wird die laterale Seite des Os naviculare mehr belastet, was auch etwa im Rahmen eines Klumpfußes auftritt. Das Os naviculare wird zunehmend nach dorsomedial verschoben. Im MRT ist bereits recht früh ein Knochenmarködemsyndrom im Os naviculare sichtbar. Später wird es im Röntgen sichtbar. Der betroffenen Knochen zeigt eine deutlich abgeschwächte Trabekelstruktur. Die Diagnose wird oft verzögert gestellt, auch weil sich Patienten oft erst nach jahrelangen Beschwerden vorstellen. Röntgenologisch kann das Müller-Weiss-Syndrom in vier Stadien eingeteilt werden:

  1. Mild (Typ 1): unauffälliges Röntgen, minimaler Calcaneus varus
  2. Moderat: Typ2: dorsolaterale Subluxation des Talus; Typ 3: Kompression oder Split des Os naviculare
  3. Schwer: Typ 4: Kompression des Os naviculare mit Flaachstellung des Calcaneus, Abflachung des Fußlängsgewölbes; Typ 5: Verdrängung des zerstörten Os naviculare und Ausprägung eines Talocuneiformen Gelenks (Neoartikulation mit Listhesis navicularis)

Ursache

  1. unbekannt: vermutet werden angeborene Formanomalie, chronisch bestehende Stressfrakturen, Traumata, Osteomyelitis , biomechanische Abweichungen, die zur Fehlbelastung führen

Prädisponierend

  1. Klumpfuß
  2. Diabetes mellitus
  3. Mangelernährung, Fehlernährung
  4. Nikotinabusus, Alkoholabusus
  5. Einnahme von Kortikosteroiden
  6. rheumatoforme Erkrankungen
  7. metabolische und hämatologische Faktoren
  8. kongenitale Malformation, chronische Stressfrakturen, Trauma, Osteomyelitis , biomechanische Fehlbelastung

Diagnose

  1. Röntgen, MRT

Symptome

  1. Stechender Belastungsschmerz im Mittel- und Rückfuß, der vor allem aufseiten des Fußrückens empfunden wird
  2. dorsale Schwellung
  3. Entwicklung eines Knickfußes, Plattfußes, Speizfußes und sekundärer Hammerzehen oder auch eines Calcaneus varus
  4. Entwicklung einer Flachstellung des Calcaneus und des auf das Os naviculare folgenden Fußlängsgewölbes
  5. Ruheschmerz möglich
  6. Krepitationen
  7. Neigung zu wiederholten Supinationstraumata
  8. Verändertes und eingeschränktes Bewegungsverhalten zur Schmerzvermeidung

Therapie

  1. Frühstadium: konservativ mit Orthesen, Einlagen und Maßschuhen; Stoßwellentherapie
  2. im konservativ therapieresistenten Fall oder bei Entwicklung einer Fehlstellung, die zu einer Gehbehinderung führt: OP, verschiedene Mehoden, teils mit Auffüllung des Knochens
  3. im fortgeschrittenen Fall: Arthrodese

Komplikationen

  1. Gonarthrose
  2. Fraktur, diese neigt zu Krepitationen