yogabuch / pathologie / radiuskopfsubluxation
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Definition
Die Radiuskopfsubluxation ist eine häufige Verletzung von Kindern, die etwa bis zum 4. Lebensjahr auftreten kann, wenn plötzlich und für das Kind unvorbereitet am pronierten Arm gezogen wird. Ab dem 5. Lebensjahr ist das Lig. anulare radii, das den Radiuskopf führt, vermutlich zu stabil, um die Subluxation zuzulassen. Drei auslösende Situationen sind typisch:
- das schreiende Kind gegen seinen Widerstand an der Hand vom Boden hochziehen
- ein sich irgendwo festhaltendes Kind am Arm wegziehen
- das Kind an beiden Händen gehalten schnell fliehkraftgemäß im Kreis drehen („Engelchen spielen“).
Auch beim Judo kommt diese Verletzung vor, andere Auslösungen sind selten. Das auslösende Ereignis ist sehr schmerzhaft, abschließend verbleibt eine Bewegungsschmerzhaftigkeit und nur moderate Ruheschmerzhaftigkeit, die das Kind veranlaßt, den Ellbogen bei proniertem Unterarm leicht gebeugt zu halten. Als Pathomechanismus wird angenommen, daß der Radiuskopf aus dem Lig. anulare radii nach distal subluxiert und bei nachlassendem Zug das Lig. anulare radii zwischen Radiuskopf und Capitulum humeri eingeklemmt wird, was die Bewegungsschmerzhaftigkeit erklärt. Diese Störung darf nicht mit der kongenitalen Radiusköpfchenluxation verwechselt werden, die mit einer Inzidenz von 2-4 / 1000 aufgrund eines abgeflachten
Capitulum humeri vorliegt.
Ursache
- kraftvoller oder ruckartiger Zug am weitgehend gestreckten Arm, vor allem in pronierter Stellung
Prädisponierend
- Alter vor dem 5. Lj.
Diagnose
- nach Anamnese und Klinik
- bei persistierenden Beschwerden nach erfolger Reposition ggf. Röntgen zum Ausschluß von Frakturen
- ggf. Sono
Symptome
- Schonhaltung: leicht gebeutes Ellbogengelenk mit proniertem Unterarm
- schmerzhafte Bewegungseinschränkung in Richtung Flexion des Ellbogengelenks
- plötzlicher Schmerz beim ausläsenden Ereignis, später Bewegungsschmerzhaftigkeit und nur moderate Ruheschmerzhaftigkeit
- Fehlen von Entzündungszeichen
- ggf. lokale Druckschmerzhaftigkeit
Therapie
- Reposition (mehrere Techniken), ist ohne Anästesie möglich und bringt bei zeitnaher Reposition sofortige Linderung
- bei häufigeren Reluxationen 3-6 Wochen Oberarmgips
Komplikationen
- Reluxation bei verzögerter Reposition
- chronische Instabilität nach echter Luxation (nicht Subluxation)
- selten: Schäden an Gefäßen oder am N. ulnaris