pathologie: plica-syndrom

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Plica-Syndrom

Definition

Entzündung der Synovialfalten des Knies: Plica suprapatellaris (SPP), Plica mediopatellaris (MPP, die häufigste), Plica intrapatellaris (IPP). Die Plicae sind Reservefalten an Haut, die sich im Laufe des Lebens zurückbilden sollten, bei 50-70% aber symptomlos verbleiben. Reibung zwischen Plica und Knorpel ist solange asymptomatisch, wie der Knorpel intakt ist; verschleißt der Knorpel und reibt die Plica auf Knochen, entstehen Schmerzen, meist nur bei/kurz nach starken Belastungen, Da die Plica den Knorpel mechanis reizt und abreibt, entsteht eine Arthrose. Einklemmungen machen sofort bei leichten Belastungen starke Beschwerden Die nicht zurückgebildete Plica kann bei Überbeanspruchung, Trauma oder Distorsionstrauma (Zerrung) zu Reizung oder Einklemmung neigen.

ICD M67.8

Ursache

  1. Overuse bei zyklischen Bewegungen mit Kniebeugen und -strecken wie Laufen, Radfahren, Steppern
  2. traumatisch: Anpralltrauma wie Stoß oder Sturz

Prädisponierend

  1. vielfach wiederholte zyklische Bewegungen mit Last auf den Kniegelenken

Diagnose

  1. manchmal palpable Plica
  2. MRT
  3. Tests: Hughston-Plica-Test, Stutter-Test, wie bei retropatellaren Knorpelschaden (Arthrose oder Chondropathie patellae) kann auch hier das Zohlen-Zeichen positiv sein.

Symptome

  1. meist mediopatellare oder retropatellare Belastungsschmerzhaftigkeit bei Kniestreckung- und Beugung, wie etwa dem Treppensteigen
  2. später auch Ruheschmerz, nur bei bestehendem Knorpelschaden
  3. ggf. Schmerzausstrahlung in die Kniekehle
  4. Bewegungseinschränkung
  5. Knarren oder Knacken, mit oder ohne Schmerz
  6. Gefühl des Sperrens beim Strecken
  7. Steifheit nach langem Sitzen
  8. Schonhaltung
  9. Schnappen der Plica oder Einklemmung
  10. ggf. Schwellung
  11. ggf. mediodorsales Schnappgefühl während Bewegung oder nach längerem Sitzen
  12. ggf. intermittierende Einklemmungen

Komplikationen

  1. Haltungsschäden durch Schonhaltung
  2. Arthrose: Knorpelschaden durch Reibung

Therapie

  1. KG: Dehnen, Kräftigen, Mobilisierung der Plica
  2. evtl. Ruhe, Schonung, Sportpause
  3. Kühlen
  4. Antiphlogistika für 2-3 Wochen
  5. bei genügend Platz im Gelenk und noch intaktem Knorpel konservativ: Belastungsreduktion, Antiphlogistica, Analgetica, typisch: Ibuprofen
  6. wenn konservativ nicht erfolgreich oder häufiger Sport zu Knorpelschäden durch Reiben der Plica zu erwarten ist: frühzeitige arthroskopische Entfernung, damit der Knorpel nicht angegriffen wird. Bei Sportlern selten Spontanheilung ohne Therapie. Nach der arthoskopischen Entfernung und Entfernung der Drainage ist recht schnell Vollbelastung möglich. Eveltuell verbleibende Schmerzen sind dann auf bereits entstandene Knorpelschäden zurückzuführen. Bei Kindern erfolgt die Arthroskopie nur dann, wenn die konservative Therapie versagt.
  7. thrombozytenreiches Plasma (ACP), lokale Cortison-Infiltration