yogabuch / pathologie / fibularis insertionstendopathie
Definition
Insertionstendopathie einer der beiden Fibularis-Sehnen, der des Fibularis brevis oder der des Fibularis longus. In der Praxis ist die Sehne des Fibularis brevis, die an der Basis des Os metatarsale 5 ansetzt, deutlich häufiger betroffen als die Sehne des Fibularis longus, der die Fußsohle quert um an der Basis des Os metatarsale 1 und am medialen Os cuneiforme anzusetzen und an der häufig ein Os peroneum Reibung verursacht, was dann als Painful Os Peroneum Syndrome in Erscheinung tritt. Letzteres ist eher eine Midportion-Tendopathie. Ist das gemeinsame Retinaculum betroffen, können Subluxationen/Luxationen auftreten und das Retinaculum weiteren Schaden nehmen. An der Sehne des Fibularis brevis treten häufig Spaltungsrisse (Split-Riss) auf, die als Peroneus-Split-Syndrom bezeichnet werden. Hohlfuß und Calcaneus varus disponieren dafür.
Die Insertionstendopathie muß von den Midportion-Tendopathien unterschieden werden, die v.a. in den schlecht versorgten Bereichen entstehen (Fibularis longus: um den Malleolus lateralis herum, Fibularis brevis: hinter zwischen Cuboid und Os metatarsale 1)
Ursache
- Fehlstellungen vor allem des Fußes
- Instabilitäten von Fußgelenken
- Overuse
Prädisponierend
- Alter
- Übergewicht
- Rauchen
- erlittene Supinationstraumata
- Hohlfuß und Rückfußvarus
- mangelhaftes Schuhwerk, vor allem solches mit schlechter Führung wie ausgetretene Schuhe, Sandalen
- inadäquates Umfangsteigerung beim Training von Laufen oder Springen
- Training und Tätigkeiten auf unebenen Untergründen
- OS peroneum (betrifft Fibularis longus)
- prominenter Peronealtuberkel
- bestehende allgemeine Prädispositionen zu Tendopathien wie Cortisongaben, Fluorchinolone, rheumatoforme Erkrankungen, CED, Hypercholesterinämie
- Schwäche oder Steifheit der Unterschenkel- oder Fußmuskeln
- Lange Belastung der Füße mit Stehen, Gehen, Laufen, vor allem rasche Umfangszunahme
- Technikmängel beim Training
- Vorausgegangene Störungen des Fußes wie Traumata, Operationen
Symptome
- klar ungrenzter deutlicher Druckschmerz an der Insertion, im Falle des Fibularis brevis an der Basis Os metatarsale 5, beim Fibularis longus meist Os metatarsale 1 oder mediales Os cuneiforme
- Belastungsschmerz: Gehen, Jogging, Running, Abrollen des Fußes, Fußballenstand
- Anlaufschmerz, Morgenschmerz, Morgensteifigkeit
- Schmerzverstärkung bei Eversion/Pronation
- Dehnungsschmerzhaftigkeit bei Supination
- eingeschränkte Balance auf dem betroffenen Fuß, Seitendifferenz in der Balancefähigkeit
- ggf. Neigung zu vermehrter Supination
- ggf. Schwellung
- ggf. eingeschränkte Leistungsfähigkeit des betroffenen Fibularis
- ggf. Instabilitätsgefühl vor allem im OSG, vor allem auf unebenem Untergrund
- ggf. Springen, Schnappen der Sehne im Falle einer Neigung zur Subluxation
Therapie
- moderate Erhöhung der Ferse (Sprengung)
- vermeiden flacher, harter Schuhe und des Barfußgehens
- hinreiched feste Schnürung der Schuhe
- Belastungsmoderation
Komplikationen
- Chronifizierung (Tendinose)
- Peroneus-Split-Syndrom
- Teil- oder Kompletruptur
- Chronische Sprunggelenkinstabilität
- Subluxation/Luxation der Sehne
- sekundäre Schäden, etwa durch Gangbildveränderung, Schonhaltung sowie Knorpelschäden und Arthrose durch Instabilität