pathologie: fibularis insertionstendopathie

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Definition

Insertionstendopathie einer der beiden Fibularis-Sehnen, der des Fibularis brevis oder der des Fibularis longus. In der Praxis ist die Sehne des Fibularis brevis, die an der Basis des Os metatarsale 5 ansetzt, deutlich häufiger betroffen als die Sehne des Fibularis longus, der die Fußsohle quert um an der Basis des Os metatarsale 1 und am medialen Os cuneiforme anzusetzen und an der häufig ein Os peroneum Reibung verursacht, was dann als Painful Os Peroneum Syndrome in Erscheinung tritt. Letzteres ist eher eine Midportion-Tendopathie. Ist das gemeinsame Retinaculum betroffen, können Subluxationen/Luxationen auftreten und das Retinaculum weiteren Schaden nehmen. An der Sehne des Fibularis brevis treten häufig Spaltungsrisse (Split-Riss) auf, die als Peroneus-Split-Syndrom bezeichnet werden. Hohlfuß und Calcaneus varus disponieren dafür.

Die Insertionstendopathie muß von den Midportion-Tendopathien unterschieden werden, die v.a. in den schlecht versorgten Bereichen entstehen (Fibularis longus: um den Malleolus lateralis herum, Fibularis brevis: hinter zwischen Cuboid und Os metatarsale 1)

Ursache

  1. Fehlstellungen vor allem des Fußes
  2. Instabilitäten von Fußgelenken
  3. Overuse

Prädisponierend

  1. Alter
  2. Übergewicht
  3. Rauchen
  4. erlittene Supinationstraumata
  5. Hohlfuß und Rückfußvarus
  6. mangelhaftes Schuhwerk, vor allem solches mit schlechter Führung wie ausgetretene Schuhe, Sandalen
  7. inadäquates Umfangsteigerung beim Training von Laufen oder Springen
  8. Training und Tätigkeiten auf unebenen Untergründen
  9. OS peroneum (betrifft Fibularis longus)
  10. prominenter Peronealtuberkel
  11. bestehende allgemeine Prädispositionen zu Tendopathien wie Cortisongaben, Fluorchinolone, rheumatoforme Erkrankungen, CED, Hypercholesterinämie
  12. Schwäche oder Steifheit der Unterschenkel- oder Fußmuskeln
  13. Lange Belastung der Füße mit Stehen, Gehen, Laufen, vor allem rasche Umfangszunahme
  14. Technikmängel beim Training
  15. Vorausgegangene Störungen des Fußes wie Traumata, Operationen

Symptome

  1. klar ungrenzter deutlicher Druckschmerz an der Insertion, im Falle des Fibularis brevis an der Basis Os metatarsale 5, beim Fibularis longus meist Os metatarsale 1 oder mediales Os cuneiforme
  2. Belastungsschmerz: Gehen, Jogging, Running, Abrollen des Fußes, Fußballenstand
  3. Anlaufschmerz, Morgenschmerz, Morgensteifigkeit
  4. Schmerzverstärkung bei Eversion/Pronation
  5. Dehnungsschmerzhaftigkeit bei Supination
  6. eingeschränkte Balance auf dem betroffenen Fuß, Seitendifferenz in der Balancefähigkeit
  7. ggf. Neigung zu vermehrter Supination
  8. ggf. Schwellung
  9. ggf. eingeschränkte Leistungsfähigkeit des betroffenen Fibularis
  10. ggf. Instabilitätsgefühl vor allem im OSG, vor allem auf unebenem Untergrund
  11. ggf. Springen, Schnappen der Sehne im Falle einer Neigung zur Subluxation

Therapie

  1. moderate Erhöhung der Ferse (Sprengung)
  2. vermeiden flacher, harter Schuhe und des Barfußgehens
  3. hinreiched feste Schnürung der Schuhe
  4. Belastungsmoderation

Komplikationen

  1. Chronifizierung (Tendinose)
  2. Peroneus-Split-Syndrom
  3. Teil- oder Kompletruptur
  4. Chronische Sprunggelenkinstabilität
  5. Subluxation/Luxation der Sehne
  6. sekundäre Schäden, etwa durch Gangbildveränderung, Schonhaltung sowie Knorpelschäden und Arthrose durch Instabilität

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