pathologie: Luxation, Subluxation ( Verrenkung)

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Verrenkung (Luxation, Dislokation, „ausgekugeltes Gelenk“)

Definition

unter Luxation wird eine vorübergehende oder dauerhafte Fehlstellung eines artikulierenden Knochens verstanden, bei der die die physiologischerweise artikulierenden knorpeligen Gelenkflächen keinen Kontakt mehr haben. Haben sie den Kontakt nur teilweise eingebüßt, spricht man von einer Subluxation. Meist liegt eine Instabilität oder ein Trauma zu Grunde. Insbesondere bei traumatischen Luxationen werden meist Kapseln oder Bänder mitgeschädigt.

  1. Grad 1: Subluxation, noch mit Kontakt zwischen den Knochenflächen
  2. Grad 2: Luxation: kein Kontake mehr zwischen den Knochenflächen, meist mit Kapselverletzung
  1. Sichere Zeichen: Fehlstellung, federnde Fixation, abnorme Lage des Gelenkkopfs, leere Gelenkpfanne
  2. Unsichere Zeichen: Schmerz, Funktionseinschränkung, Schwellung, Bluterguß

Kinder unter 7 Jahre erleiden kaum eine Luxation; Männer häufiger als Frauen, da sie häufiger Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko ausüben

ICD S63

Ursache

  1. meist: traumatisch
  2. Gelenkveränderungen, z.B. bei RA, Hallux valgus, infektiöse Zerstörung des Kapsel-/Bandapparates, schlaffe und spastische Lähmungen, gelenknaher Tumor, Osteonekrose
  3. nativ

Prädisponierend

  1. Alter

Diagnose

  1. Sono
  2. Röntgen
  3. Kontrolle Durchblutung
  4. Kontrolle Sensibilität

Symptome

  1. starke Bewegungsschmerzhaftigkeit
  2. Ruheschmerz
  3. Bewegungsvermeidung
  4. Schonhaltung
  5. Funktionseinschränkung des Gelenks
  6. evtl. Erguss
  7. ggf. Einblutung durch angerissene Gefäße

Komplikationen

  1. Bei akuter Verrenkung kann die Gelenkkapsel eingerissen sein
  2. Bei chronischer Dislokation kann aus Subluxation Luxation und daraus Gelenksdestruktion werden.
  3. Rezidiv nach Reposition, habituelle Luxation
  4. Unerkannte Nerven- und Gefäßschäden
  5. je nach Ausmaß und Dauer der Luxation verminderte Gelenkstabilität und Arthroserisiko

Therapie

  1. schonende (zur Vermeidung weiterer Verletzungen, auch von Nerven und Gefäßen) Reposition, ggf. unter Narkose, Röngtendokumentation, Ruhigstellung
  2. bei jüngeren, sportlich aktiven Menschen wird eher mit Bandstraffung operiert, um das Risiko einer Reluxation zu verringern
  3. in Fällen chronischer Luxation ggf. operativ (blutige Reposition)
  4. Bewegungs- und Kräftigungstraining