pathologie: raynaud-syndrom

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Raynaud-Syndrom (Vasospastisches Syndrom)

Definition

durch Vasokonstriktion (Vasospasmen -> vasospastisches Syndrom) bedingte paroxysmale Ischämiezustände der Arterien/Arteriolen meist der Finger 2-5. Formen:>

  1. primär: ohne bekannte Grunderkrankung, Mitwirkung hormoneller Faktoren bei konstitutionell-hereditärer Labilität (W:M 4:1). Auslösung durch endo- und exogene Noxen sowie psyschische Belastung (Stress bewirkt periphere Vasokonstriktion)
  2. sekundär: machmal ohne organische Gefäßerkrankung (Sudeck– Dystrophie, Wurzelkompression, spinale Affektionen, Ergotismus, Sympathikusirritation.), meist aber mit organischer Gefäßerkrankung (vor allem Arteriitiden aus dem Formenkreis der Kollagenosen, insbesondere bei Sklerodermie). Die vasospastische Komponente kann bei organischen Durchblutungsstörungen aber auch weitgehend fehlen, obwohl aufgrund der Minderdurchblutung natürlich Kälteempfindlichkeit besteht (z.B. bei Arteriosklerose, Endarteriitis obliterans, Thromboembolie). z.B. bei Thrombangitis obliterans, progressiver Sklerodermie, Arteriosklerose, Halsrippen- und Scalenus-anterior-Syndrom, Kryoglobulinämie, Kälteagglutininkrankheit, nach verschiedenen Traumen (z.B. Preßlufthammerarbeit) und Intoxokationen (z.B. Vinylchlorid, Schwermetalle), Phaeochromozytom, Dermatomyositis

Vom primären Raunaud-Syndrom sind in 60-90% Frauen zwischen 15 und 40 Lj. betroffen

ICD I73

Ursache

  1. Primär (häufiger): unbekannt/Faktoren, die den Sympathikotonus heben
  2. Sekundär: Systemische Sklerodermie, RA, Arteriosklerose, Kryoglobulinämie, Hypothyreose, traumatisch, medikamentös (Betablocker, Clonidin, Migräneschmerzmittel: Ergotamin, Methysergid)

Diagnose

  1. Die Diagnose wird meist klinisch/anamnestisch gestellt

Symptome

  1. jeweils zuerst Ischämie mit Blässe (Finger oder Zehen)
  2. dann Zyanose
  3. danach schmerzhafte reaktive Hyperämie mit Rötung, also 3-phasiger Farbwechsel
  4. Taubheitsgefühl, Missempfindungen und – eher selten – Schmerz
  5. Bei Fortschreiten: trophische Veränderungen mit Wachstumsstörungen der Nägel, Punktnekrosen der Fingerkuppen, Nagelfalznekrosen und größere akrale Nekrosen (»Rattenbißnekrosen«, nach Abheilung »Rattenbißnarben«)

Therapie

  1. Die Häufigkeit der Anfälle kann durch Kalziumantagonisten oder Nitropräparate (lokal als Salbe oder oral) verringert werden. Prognose: Die Langzeitprognose hängt nicht von der Vasospastik, sondern von der Grunderkrankung ab
  2. im Akutfall: Warmhalten
  3. Vermeiden von Faktoren, die eine Vasokonstriktion auslösen: Inhalationsrauchen, Stress,..