gelenk: wirbelsäule, lateral

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Wirbelsäule

aus vielen Wirbeln gebildete, vom Kreuzbein bis zum Schädel reichende flexible, hauptsächlich knöcherne Struktur. Je zwei Wirbel bilden mit der dazwischenliegenden Bandscheiben (mit Ausnahme des Segments aus Atlas (C1) und Axis (C2), dort gibt es keine Bandscheiben) ein Wirbelsäulensegment. Die Wirbelsäule ist von mehreren Bändern durchzogen und umgeben, die sie stabilisieren und die Verschieblichkeit der Wirbel gegeneinander begrenzen und wird von verschiedenen Muskeln gehalten und bewegt, oder diese bewegen von der WS aus Rippen oder Extremitäten. Die Wirbelsäule bietet drei Bewegungsdimensionen: Rotation, Lateralflexion und Extension/Flexion die in den drei Großbereichen der Wirbelsäule Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) jeweils unabhängig voneinander ausgeführt werden können. So ist es dem Menschen möglich, in diesen Bereichen seine Wirbelsäule in allen drei Bewegungsdimensionen unabhängig zu bewegen, er kann also beispielsweise die LWS rechtsrotieren, extendieren und linksflektieren, die BWS (in begrenzterem Maß) linksrotieren, flektieren und rechtsflektieren, die HWS wiederum rechtsrotieren, extendieren und linksflektieren. Kategorisch (also unabhängig vom Ausmaß) kann die Wirbelsäule also in jedem der drei Bereiche in drei Dimensionen in je zwei Richtungen bewegen (oder auch als dritte kategorische Möglichkeit nicht bewegen), das ergibt kombinatorisch 3 hoch 3 * 3 hoch 3 * 3 hoch 3 = 19683 Möglichkeiten der Haltung der WS, wobei aufgrund des Verlaufs der autochthonen Rückenmuskulatur und anderer Rumpfmuskeln nicht alle in gleichem Ausmaß eingenommen werden können. Zum Vergleich: wenn man nur die vier am Rumpf befestigten Anteile der Extremitäten, also 2 Oberarme und 2 Oberschenkel mit den je drei Bewegungsdimensionen Rotation, Abduktion/Adduktion (nach lateral), Abduktion/Adduktion nach frontal und je 4 verschiedenen Bewegungsausmaßen (1. Vollausschlag in die jeweils geringere ausgeprägte Bewegungsrichtung, also Endorotation, Adduktion, Extension, 2. Neutral Null konform, 3. jeweils 90° und 4. 180°, ersatzweise Vollausschlag in die besser ausgeprägte Bewegungsrichtung, also Exorotation, Abduktion, Flexion) betrachtet, ergeben sich hier * 4 hoch 3 * 4 hoch 3 * 4 hoch 3 * 4 hoch 3 = 4 hoch 12 = 2 hoch 24, also 16.777.216 Möglichkeiten. Dies ermöglicht, Extremitätenmittelgelenke und fernere Extremitätengelenke wie Hand- und Fußgelenk, Zehen- und Fingergelenke ausgeklammert, bereits 330.225.942.528, also eine knappe Drittel Billion Körperpositionen, von denen allerdings einige gleich sind, weil diese Herleitung nicht in Rechnung stellt, dass zum Beispiel die 180° Lateralabduktion plus Exorotation eines Arms die selbe Position ist wie eine 180° Frontalabduktion. Grob gerechnet hätte man um bis zum aktuellen Datum all diese Positionen mit einer Frequenz von einer Haltung pro Sekunde auszuprobieren, am Ende der letzten Eiszeit damit beginnen müssen. Diese Zahl ist deutlich größer als die Anzahl aller Menschen, die nach der letzten Eiszeit gelebt haben. Wenn man jetzt noch drei Bewegungsachsen (vorwärts-/rückwärtskippen, seitwärtskippen, Rotation in der Ebene) im Raum mit jeweils 45°-Schritten (also 360/45 = 8 Schritte) dazunimmt, erhöht sich diese Zahl um den Faktor 8 hoch 3, also 4096 auf 1.352.605.460.594.688, also 1,3 Billiarden Möglichkeiten, von denen zugegeben die meisten statisch nicht stabil sind. Mit hinzugenommenen Mittelgelenken der Extremitäten, also Ellbogen- und Kniegelenk mit je 3 Positionen (gestreckt, 90° gebeugt, maximal gebeugt) erhöht sich die Zahl um den Faktor 3 hoch 4, also 81, mit den Fuß- und Handgelenken nochmals unter gleichen Annahmen um 81, macht 8.874.444.426.961.747.968, also 8,8 Trillionen. Die summierte Weltbevölkerung seit der letzten Eiszeit lässt sich wohl großzügig mit 120 Mrd. abschätzen, das heißt alle Menschen hätten in ihren Leben rund 100 Mio. neue Haltungen (doppelte und statisch nicht stabile noch mitgezählt) verschiedene Haltungen ausführen müssen, um das Potenzial des menschlichen Bewegungsapparates „auszuschöpfen“. Zurück zur WS. Diese enthält in der Regel die HWS 7, die BWS 12 und die LWS 5 Wirbel, dazu kommet noch das Kreuzbein als entwicklungsgeschichtlich ehemals 5 Wirbel (zu erkennen an den 4 Löchern pro Seite) und das Steißbein als 4 ehemalige Wirbel. Das Kreuzbein ist über die Iliosakralgelenke mit den Darmbeinschaufeln, bei Erwachsenen also dem Hüftbein, verbunden und leitet darüber das von der Wirbelsäule getragene Teilkörpergewicht an das Becken ab. Am anderen Ende ruht der Schädel auf der Wirbelsäule. Sakralisierungen von Lendenwirbeln so deren Gegenteil, Lumbalisierungen von Sakralwirbeln sind nicht ungewöhnlich, ebenfalls ein Abweichen von der „normalen“ Gesamtsumme 33, zumeist nach oben.

Maximale Flexibilität

Die WS als gewichtsbelastete frei schwingende Feder